Johanna Kuntz (Westerburg) begrüßte die zahlreichen Teilnehmerinnen, bevor die Religionspädagogin Christina Scheffbuch-Schwalfenberg die Besucher namens des Gemeinschafts-verbandes willkommen hieß.
Seit nunmehr elf Jahren treffen sich interessierte Frauen aus den Gemeinden, Gemeinschaften und Kirchengemeinden, um ihre Erfahrungen in der Frauenarbeit auszutauschen.
Seit 2003 findet alle zwei Jahre ein ganztägiger Frauentag in der Konferenzhalle in Herborn statt.
Als Referentin für den diesjährigen Frauentag hatte das Vorbereitungsteam Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg (Oberrahmede bei Lüdenscheid) gewinnen können. Monika Deitenbeck-Goseberg, Jahrgang 1956, ist als Pfarrerin in der Kirchengemeinde Oberrahmede tätig. 1992 gründete sie den Obdachlosenfreundeskreis, 2033 die Internet-Evangelisationsarbeit gott.net.
„Da kann man nur staunen – Gott schreibt auf krummen Linien gerade“ lautete das Thema ihres Referates.
Anhand der biblischen Geschichte von Josef machte die Referentin deutlich, dass manches im Leben nicht so eintrifft wie erwartet, sondern dass Gott einen anderen Weg vorsieht.
Josef wurde von seinen Brüdern an eine Karawane verkauft und in Ägypten auf dem Sklavenmarkt zum Kauf angeboten. Potiphar, ein Finanzverwalter und Oberster der Leibwache des Königs, kaufte ihn.
Josef, so die Pfarrerin, war augenscheinlich völlig allein auf sich gestellt. Er konnte weder die Sprache noch die Kultur der Ägypter. Er blieb aber standhaft und vertraute in seiner ausweglosen Situation allein seinem Gott.
Josef wusste nicht, wie Gott ihn durchbringt, aber er vertraute ihm.
„Die Lasten des Lebens können uns kaputt machen. Wir sind aber nicht verurteilt zum Scheitern mit den Lasten, die uns auferlegt werden“, so Deitenbeck-Goseberg.
Die Referentin ermahnte die Frauen, niemals geringfügig über sich zu denken. „Sie sind wertvoll. Gestalten sie die Welt mit, die so unmenschlich ist“, so die Pfarrerin.
Dass Gott auf krummen Linien gerade schreibe, könne man anhand der Josef-Geschichte nachvollziehen. Josef erlebt, dass Gott seinen Segen für ihn bereit hält. Er wird von der Frau des Potiphar versucht, bleibt aber standhaft. Er kommt ins Gefängnis und entscheidet sich trotzdem für Gott.
In der Hungersnot kommen die Brüder von Josef nach Ägypten, um Lebensmittel einzukaufen. Sie treffen auf Josef und sind erschrocken, ihn lebend anzutreffen.
„Aber Gott versteht, Fluch in Segen zu verwandeln. Er ist barmherzig mit seinen Brüdern. So dürfen auch wir als Gemeinschaft und Gemeinde barmherzig miteinander umgehen. Jede Gemeinde sollte Seelsorgegemeinde sein. Ich mache ihnen Mut, Barmherzigkeit zu leben“, schloss Deitenbeck-Goseberg ihren Vortrag.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen hatten die Besucherinnen Gelegenheit, sich an den Büchertischen und Infoständen zu informieren und sich an der schönen Dekoration zu erfreuen.

Am Nachmittag fanden fünf Seminare statt. Monika Deitenbeck-Goseberg referierte zum Thema „Wenn Gemeinde große Familie wird…“, Eveline Kuhn sprach über „Ehe – wie sie gelingen kann“, Christina Scheffbuch-Schwalfenberg beschrieb das Problem „Frauen zwischen Freundschaft und Rivalität“, Christa Gibbich zum Thema „Mehr als nur ein Novemberblues – Wege aus Depressionen“ und Ingrid Heinzelmaier redete zum Thema „Singles in der Zerreißprobe – zwischen Möchtegern und wie es halt ist“.
Einen weiteren Höhepunkt erlebten die Besucherinnen bei einem Konzert mit dem Vorstandsvorsitzenden des Evangeliums-Rundfunks, Jürgen Werth.
Jürgen Werth sang Lieder wie „Vergiss es nie“ und „Du bist ein Engel“ und erzählte dazu einige Geschichten aus dem Leben. Er betonte, dass sein Lebensmotto „An meinem Leben soll die Barmherzigkeit Gottes sichtbar werden“ laute.
Mit einem Segenslied endete ein Frauentag, den die Besucherinnen so schnell nicht vergessen werden.
Text und Fotos von Gerd Werner